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Stephan Thome – Grenzgang September 3, 2009

Filed under: Romane — kikeriki @ 9:52 pm
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GrenzgangDieser Roman ist eine Entdeckung. Inhaltlich und sprachlich.

„Grenzgang“ erzählt die Geschichten von Kerstin und Thomas. Kerstin ist geschieden, alleinerziehend und pflegt ihre demente Muter. Thomas ist alleinstehend und arbeitet als Lehrer, nachdem vor Jahren seine Hochschulkarriere gescheitert ist. Das „Grenzgang-Fest“ der Kleinstadt, in der Kerstin und Thomas leben, findet alle sieben Jahre statt. Vier „Grenzgang-Feste“ erlebt der Leser mit den beiden Protagonisten – in ihren Parallelwelten sowie dort, wo sich ihre Geschichten kreuzen –  nicht chronologisch erzählt.

Der Roman beschreibt sehr eindringlich die Leben der Beiden:  Von Träumen und Verfehlungen in jungen Jahren und von der „Lebensmitte“ voller Resignation, in der man sich nur noch als Figur, nicht aber als handelnder und steuerender Mensch wahrnimmt.

Die Stimmung zieht den Leser in seinen Bann; sie ist fast schon erschreckend nah.

Ein Kunstgriff ist die Hoffnung, die der Roman gegen Ende zu geben vermag.

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