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Milena Michiko Flasar – Ich nannte ihn Krawatte April 1, 2013

Filed under: Romane — hilpirella @ 8:23 pm
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ich nannte ihn krawatte Zwei Menschen begegnen sich in einem Park irgendwo in Japan. Ein junger Mann, der seit zwei Jahren das Zimmer im Hause seiner Eltern kaum verlassen hat und nun wieder beginnt, nach draussen zu gehen, um täglich auf einer Parkbank zu sitzen. Auf der Parkbank nebenan sitzt täglich ein älterer Mann, der seine Arbeit verloren hat und mit seiner Frau nicht darüber sprechen kann. Er verbringt seine vermeintliche Arbeitszeit in Krawatte und mit Lunchbox auf der Parkbank. Diese beiden sozialen Aussenseiter nähern sich einander an, beginnen sich ihre Vergangenheit, Ängste und Gefühle zu erzählen und entwickeln eine ganz besondere Art der Freundschaft.

Das Buch ist mit wenigen, sehr einfühlsamen Sätzen geschrieben. Dies ist ein ernstes Buch, es war mir eine Freude es zu lesen.

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Wolfgang Herrndorf – tschick Januar 21, 2011

Filed under: Romane — themaktima @ 11:07 pm
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„Tschick“ hab ich vom Lesehuhn kikeriki – neben einer Krätze – zum Geburtstag bekommen. Das war lustig! Und das Buch selber ist es auf jeden Fall auch. Der 14-jährige Maik kommt aus reichem Elternhaus, aber eine glückliche Jugend kann er nicht vorweisen. Tschick ist russischer Migrant und kommt aus armem Elternhaus. Also so richtig auf der Erfolgsspur ist auch er nicht. Jedenfalls, die beiden Außenseiter freunden sich an und starten in ein Abenteuer der Landstraße im Osten der Republik! Und wir natürlich mittendrin im Geschehen. Der pubertäre Slang des kleinen Maik ist umwerfend – ich habe mich in der ersten Hälfte des Buches wirklich gekringelt. Irgendwann wird aus dem Slapstick dann auch ein etwas nachdenklicher Roman, der aber seinen Schwung nicht verliert.
Klar, die Story selbst ist jetzt nicht neu (fiel mir vor allem auf, weil ich vor nicht allzulanger Zeit „Die Geheimnisse von Pittsburgh“ von Michael Chabon gelesen habe). Aber das macht gar nichts. Wollt Ihr Spaß, dann holt Euch „Tschick“.


 

Eshkol Nevo – Wir haben noch das ganze Leben Dezember 26, 2010

Filed under: Romane — hilpirella @ 10:00 pm
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Juval, Amichai, Joav und Ofir sind vier junge Männer Anfang Dreißig aus Haifa, die sich seit der Schulzeit kennen und die es geschafft haben, trotz ihrer Unterschiedlichkeit Freunde zu bleiben und sich nicht aus den Augen zu verlieren.

Man fragt sich auf den ersten Blick, was die Vier zusammenhält: Juval (der die Geschichte über die Freundschaft aufschreibt) ist wortkarg, orientierungslos und depressiv, Amichai hat sehr früh seine „elegische Ilana“ geheiratet und Zwillinge bekommen, Ofir ist als Creative Director in einer Werbeagentur auch privat ein Aufschneider und Joav ist ein karrieregeiler Jurist und der Typ, der schon immer alle Frauen abbekommen hat, während die anderen drei an der Wand lehnten und staunten.

Ein verbindendes Element – für die Freundschaft sowie für den Roman – ist der Fußball. Die vier Protagonisten erleben 1998 bereits ihre vierte gemeinsame WM, während der sie die Idee haben, jeder möge drei Wünsche auf ein Blatt Papier schreiben, um zu sehen, wie sich das Leben bis zur nächsten WM entwickelt.

Und so dürfen wir Leser vier Jahre lang (und in Rückblicken auch in der Zeit davor) dabei sein, in denen Schicksalsschläge hereinbrechen, Liebe kommt und geht, in die zweite Intifada ausbricht und sich Israel wieder nicht für die WM qualifiziert.

Diese vier Jungs wachsen einem ans Herz, ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen!

 

David Nicholls – Zwei an einem Tag Januar 24, 2010

Filed under: Romane — hilpirella @ 2:59 pm
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Emma und Dexter verbringen eine gemeinsame Nacht zum 15. Juli 1988 am Ende ihrer Collegezeit und werden sich wahrscheinlich nie wieder sehen. Emma ist das eher unscheinbare, intelligente Mädchen mit Brille, das ihr Studium mit Auszeichnung abgeschlossen hat, Dexter ist der gut aussehende Herzensbrecher der Schule.
Ihre Wege trennen sich doch ihre Freundschaft bleibt erhalten und geht durch so manche Prüfung. In der Erzählung blicken wir immer am 15. Juli auf das Leben und die Beziehung der beiden und fragen uns, wann sie nun endlich zueinander finden.

Das ist ein etwas schnulziger, aber sehr witziger und unterhaltsamer Liebesroman über zwei Menschen mit einem ungewöhnlichen Ende. Für mich ist der Roman auch eine englische Fortsetzung von „Generation X“ von Douglas Coupland: Wie geht das Leben der spaßorientierten, verantwortungslosen, unpolitischen Generation weiter?

Es sei noch bemerkt: Der Autor wurde beim Datum des 15. Juli vom wunderbar untalentierten Billy Bragg und seinem Song St. Swithin’s Day inspiriert.