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Joey Goebel – Vincent Juni 17, 2010

Filed under: Romane — kikeriki @ 9:29 pm

Heartland war meine erste Begegnung mit dem Autor Joey Goebel. Soviel vorneweg: Die Langatmigkeit, die mich bei der Lektüre von Heartland gestört hat, ist offensichtlich kein Joey Goebel-Muster, denn in „Vincent“ war davon nichts zu spüren.

Goebels „Vincent“ greift die Unterhaltungsindustrie als Grundthema auf und – an. Die Grundidee: Nur ein leidender Künstler kann wahre Kunst hervorbringen. Diese Idee wird von einem geläuterten – an Krebs erkrankten – wohlhabenden Medienunternehmer geboren und in Form einer Eliteschule für künstlerisch begabte Kinder umgesetzt. Vincent, ein kleiner, unscheinbarer Junge aus schwierigen sozialen Verhältnissen, wird für die Eliteschule entdeckt  Was der Junge nicht weiß: Sein Manager Harlan, der über die Jahre zum Vaterersatz wird, wird dafür bezahlt, Vincent leiden zu lassen. Harlan sorgt dafür, dass Freundinnen, in die Vincent unsterblich verliebt ist, ihn ohne Vorwarnung fallen lassen, Vincents einziger Freund durch eine Intrige zum Feind wird und Dates mit Frauen durch fiese Dauerwellen-Frisuren und Ganzkörperausschläge vereitelt werden. Vncent wird zu einem jungen Mann und seine TV-Formate, Kinofilme und Songs haben Erfolg. Aber glücklich wird Vincent nicht, weil er nicht glücklich werden darf. Was überzogen und satirisch beginnt, wird zunehmend dramatisch.

Spitz. Anders. Überraschend. Absolut empfehlenswert.

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