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Nick Cave – Der Tod des Bunny Munro Februar 3, 2010

Filed under: Romane — themaktima @ 1:52 pm

Wow! Ein Buch, das derart polarisiert, hab ich schon lange nicht mehr in der Hand gehalten (nein, ich habe „Feuchtgebiete“ nicht gelesen). Die Anlehnung des Titels an den „Tod eines Handlungsreisenden“ ist nicht zufällig: Wir staunen über die Geschichte von Bunny Munro, einem sexbesessenen Kosmetikvertreter, und dessen Sohn Bunny Jr.. Eine Vater-Sohn-Geschichte also, die unter der wüsten Sprache und dem (sehr) sexistischen Grundton viel Tiefgang verbirgt. Wer das Buch aufgrund seiner Derbheit beiseitelegt, verpasst wirklich was. Man sollte sich einfach nur bewußt machen, dass es sich hier nicht um Pornografie, sondern um Kunst handelt. Im Ernst, Nick Cave ist hier eine tolle Novelle geglückt, in der Bunny, dieses Riesenarschloch, die komplette Bandbreite an Emotionen, die einem Leser zur Verfügung stehen, abruft und ihn prächtig – nicht zuletzt mit einer gehörigen Prise schrägen Humors – unterhält.

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein Buch an einem Stück durchgelesen habe – ich habe es praktisch nicht aus der Hand gelegt, weder im Sitzen, noch im Stehen oder Gehen. Und wer das zuungunsten meiner Persönlichkeitsstruktur auslegt, sollte auf jeden Fall ein anderes Blog lesen!

Ach ja, das Cover ist auch jetzt schon ein klarer Anwärter für das Cover des Jahres, drum hab ich es auch eigens abgelichtet. Hier noch ein kleiner Appetizer: Nick Cave liest aus dem Kapitel 3 (Anmerkung: „the Punto“ ist Bunnys Auto).


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3 Responses to “Nick Cave – Der Tod des Bunny Munro”

  1. Hilpirella Says:

    Habe bei der Lektüre ungefähr einhundertmal „oh mein Gott“ gedacht oder laut gerufen. Wenn man sich nach ein paar Seiten an Bunnys Stil gewöhnt hat kann man das Buch sehr geniessen. und es ist lang nicht so oberflächlich, wie es auf den ersten Blick scheinen mag.

  2. Kikeriki Says:

    Mir ging es wie Themaktima – ich habe das Buch nicht mehr aus den Händen gelegt. Ich war erstaunt bis entsetzt über diesen Bunny, habe mitgelitten und mitgefüht mit seiner Frau und seinem Sohn und mitgelacht über seine Sprüche.

    Der Roman „Bunny Monroe“ hat Tiefgang – aber dieser kommt mit solch einer Leichtigkeit in Geschichte und Sprache daher, dass man auch hier wieder nicht aus dem Staunen herauskommt.

    Unbedingt lesen!

  3. sabine Says:

    seufz…ja. alle lieben das buch. ich fand’s..irgendwie fad. wirklich berührt hat mich ehrlich gesagt nur das ende. der rest war nett – aber mehr leider auch nicht.


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