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Winter in Maine – Gerad Donovan November 30, 2009

Filed under: Romane — kikeriki @ 10:10 am
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Julius Winsome lebt allein  in einer Hütte in den Wäldern von Maine. Er hat es sich eingerichtet in dieser Einsamkeit – zusammen mit seinem treuen Gefährten, seinem Hund Hobbes. Eines Tages wird Hobbes erschossen und wie sich später herausstellt, war es kein Unfall sondern eine Hinrichtung.

Hobbes Tod löst bei Julius Winsome einen Rachefeldzug aus, der den bislang harmlosen, einsamen Mann zum Mörder werden lässt.  Und man hat das Gefühl, er rächt sich nicht nur für den Tod an seinen Hund, sondern auch für sein einsames Leben, den Mangel an Liebe und die erfahrenen Enttäuschungen.

„Winter in Maine“ ist kein Kriminalroman. Die Geschichte ist vielmehr eine menschliche Studie, präzise, leise, einprägsam und berührend.

 

Anna Katharina Hahn – Kürzere Tage November 22, 2009

Filed under: Romane — hilpirella @ 9:11 pm

Eine gutsituierte Wohngegend in Stuttgart: Man zeigt seinen Wohlstand, die Kinder sind in der Waldorfschule, der Fernseher ist abgeschafft, Gemüse kauft man beim überteuerten türkischen Gemüsehändler an der Ecke, man wählt genau aus, zu welchen Nachbarn man Kontakte hat und pflegt Rituale wie um sich selbst zu versichern, dass man das Richtige tut. Doch diese heile Welt hat eine ungeahnte zweite Seite: Tablettensucht, Selbstzweifel und Schuldgefühle sind der Preis für das scheinbar glückliche Leben. Eine detailliert beobachtete Soialstudie – empfehlenswert!

 

Daniel Kehlmann – Ruhm

Filed under: Romane — hilpirella @ 7:09 pm

Eine Schriftstellerin verschwindet bei einer Reise durch eine ehemalige Sowjetrepublik, ein berühmter Schauspieler tauscht seine Identität unfreiwillig mit einem Doppelgänger, ein Ingeniuer erhält Anrufe, die nicht für ihn bestimmt sind und manipuliert damit ein anderes Leben…
Neun ganz unterschiedliche Geschichten greifen episodenhaft ineinander und daraus ensteht laut Cover ein Roman. Das empfinde ich nicht so, für mich bleiben es Kurzgeschichten, aber diese sind für sich betrachtet sehr lesenswert.

 

Peter Stamm – Sieben Jahre November 18, 2009

Filed under: Romane — hilpirella @ 5:49 pm

Alexander steht seit seiner Studentenzeit zwischen zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Iwona, eine sehr katholische Polin lebt illegal in Deutschland und hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser. Sie ist wortkarg, langweilig, prüde und passiv. Sonja hingegen, Architektin und Studienkollegin von Alexander, ist schön, ehrgeizig und weltgewandt (wenn auch ebenso prüde wie Iwona).
Alexander heiratet Sonja, die beiden sind gemeinsam beruflich erfolgreich und ein scheinbar glückliches Paar, doch seine obsessive Beziehung zu Iwona lässt ihn nicht los. Lieben kann er beide Frauen nicht und das ist wohl das eigentlich Tragische an dieser Geschichte.

Ich liebe die Kurzgeschichten von Peter Stamm und von diesem Roman hatte ich mir daher mehr erwartet. Mich haben die Charaktere und die Geschichte leider nicht überzeugt.

 

Herta Müller – Atemschaukel November 14, 2009

Filed under: Romane — themaktima @ 8:55 pm
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Ohne die Verleihung des Literaturnobelpreises an Herta Müller hätte ich dieses Buch wohl nie gelesen. Kaum war es wieder verfügbar, war ich doch zu neugierig und habe die „Atemschaukel“ aus der Buchhandlung entführt. Leopold Auberg erzählt uns seine Geschichte – die Geschichte eines mit seiner Familie in Rumänien lebenden Deutschen, der – nur 17 Jahre alt – Ende des 2. Weltkriegs nach Russland deportiert wird, um die kommenden fünf Jahre in einem Zwangsarbeitslager zu fristen.

Sicher ist die „Atemschaukel“ nicht jedermanns Sache. Man muß sich schon an die Geschichte gewöhnen, ein Lesegenuß ist sie schon aufgrund des bedrückenden Themas zu Anfang nicht. Jedoch: Mich hat sie nach kurzer Zeit außerordentlich gefesselt. Ich möchte hier vor allem der allenthalben geäußerten Kritik entgegentreten, das Buch sei aufgrund der an Poesie grenzenden Sprache nicht glaubwürdig, Müllers vielgelobter Schreibstil nur Selbstzweck. Ich habe das ganz anders empfunden; die „Atemschaukel“ offenbart die ganze Qual eines eingesperrten, verfolgten und niedergedrückten Intellekts.


 

F. Scott Fitzgerald – Der seltsame Fall des Benjamin Button November 12, 2009

Filed under: Erzählung — hilpirella @ 7:33 pm

benjamin button Eines steht nach dieser Lektüre fest: Man sollte viel öfter mal was von F. Scott Fitzgerald lesen! Dieses kleine Buch bringt es gerade mal 67 Seiten und ist so herrlich geschrieben, dass man um jede Seite trauert, die man umblättert. Die Geschichte, die die literarische Vorlage für die Verfilmung mit Brad Pitt und Cate Blanchett, handelt von einer „Rückwärtsalterung“, also einem Kind, das als alter Mann auf die Welt kommt und der von Jahr zu Jahr immer jünger wird.
Habe auch „Der große Gatsby“ als tolles Buch in Erinnerung und muss mir unbedingt noch weiteren Lesestoff von Fitzgerald besorgen….

 

Nancy Huston – Ein winziger Makel

Filed under: Romane — hilpirella @ 5:24 pm
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winziger makel_ Sol ist sechs Jahre alt, lebt in New York, ist fürchterlich neunmalklug und wird von seiner Mutter geradezu ekelhaft verwöhnt. Von ihm ausgehend wird die Familiengeschichte zurück erzählt, die bis zu Sols Großmutter in das Europa des Zweiten Weltkriegs führt.
Dieser Familienroman ist natürlich ein Frauenbuch, kommt aber sehr unkitschig daher und kann daher uneingeschränkt empfohlen werden.