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Alina Bronsky – Scherbenpark Januar 16, 2009

Filed under: Romane — hilpirella @ 10:35 pm

Eine Jugend im Russenghetto irgendwo in der Frankfurter Peripherie: Die17-jährige Sascha hat mit ihren 17 Jahren schon Traumatisches erlebt aber lässt sich nicht unterkriegen: sie ist intelligent und selbstbewusst, trotz ihrer Erfahrungen aber nicht abgebrüht.

Ich hatte viel Freude beim Lesen, denn dieser Roman ist frech und direkt erzählt. Ein hervorragendes Beispiel dafür, dass junge Menschen jenseits von Feuchtgebieten sehr sehr gute Bücher schreiben können. Empfehlung!!

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Schachromane Januar 12, 2009

Filed under: Erzählung,Krimis,Romane — themaktima @ 10:39 am
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Ich spiele sehr gern Schach. Daher schaue ich mir Bücher mit direktem oder indirektem Schachbezug gern etwas näher an. Ich dachte mir, poste doch mal eine Kurzbeschreibung der „Schachromane“, die Du bisher gelesen hast:

  • Stefan Zweig: Die Schachnovelle
  • Vladimir Nabokov: Lushins Verteidigung
  • Ronan Bennett: Zugzwang
  • Bertina Heinrichs: Die Schachspielerin
  • Robert Löhr: Der Schachautomat
  • Paolo Maurensig: Die Lüneburg-Variante
  • Stephen L. Carter: Schachmatt

Und da das sicher nicht alle sind, die es gibt, bin ich auch für weitere Tipps dankbar! Um zu den Kurzbeschreibungen zu gelangen, einfach weiterklicken…

(more…)

 

Michael Kumpfmüller – Nachricht an alle Januar 9, 2009

Filed under: Romane — hilpirella @ 12:59 pm
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Ein Land irgendwo in Europa, in dem die fetten Jahre vorbei sind: die wirtschaftliche Krise führt zu Streiks, Aktivisten regen sich und es kommt zu ersten Unruhen.
Der Innenminister dieses Landes, früher einmal Anwalt für sozial schwache Menschen reagiert hart und kompromisslos und arbeitet daran, den Überwachungsstaat auf Kosten von Bürgerrechten auszubauen.
cover_nachricht_Wir sehen Minister Selden in seinem beruflichen Umfeld inmitten politischer Intrigen und Machtkämpfe sowie in einem Privatleben, das sich in einem desolaten Zustand befindet.

Ich fand es im letzten Drittel des Buches nicht einfach, den Faden zu behalten, aber dennoch: ein sehr gelungener Roman über Politik und Medien und eine Gesellschaft in unsicheren Zeiten.

 

Lukas Bärfuss – 100 Tage Januar 4, 2009

Filed under: Romane — themaktima @ 8:08 pm
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100 Tage – das Synonym für den Völkermord in Ruanda im Jahr 1994. David Hohl, zu dieser Zeit Mitarbeiter der Schweizer Entwicklungshilfe vor Ort, erzählt von diesen 100 Tagen, in denen er sich in einem Haus in Kigali versteckt hält. Und er erzählt, wie es dazu kam – denn zu dieser Zeit haben alle seine Kollegen das Land bereits verlassen. 

Bärfuss_100_Tage

Und darum geht´s auch in dem außergewöhnlichen Roman: Nicht die Passivität der UN, der westlichen Militärmächte oder der in Ruanda stationierten Friedenstruppen stehen im Mittelpunkt Bärfuss´ Anklage, sondern Entwicklungshilfeorganisationen mit falschen Motiven und den daraus erwachsenden Konsequenzen. 

Wieder ein Buch aus der Schweiz, das mir sehr gut gefallen hat – auch wenn Bärfuss vielleicht nicht mit dem gleichen Sprachtalent wie Rolf Lappert ausgestattet ist. Das spannende Thema, die ungewohnte Perspektive und ein krasser Tempowechsel machen „100 Tage“ zu einem prima Wurf.