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Joachim Ringelnatz: Ich hab Dich so lieb August 12, 2008

Filed under: Fundstück,Gedichte — hilpirella @ 12:42 pm
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Ich habe dich so lieb
Ich würde dir ohne Bedenken
Eine Kachel aus meinem Ofen
schenken.

Ich habe dir nichts getan.
Nun ist mir traurig zu Mut.
An den Hängen der Eisenbahn
Leuchtet der Ginster so gut.

Vorbei verjährt
Doch nimmer vergessen
Ich reise.
Alles, was lange währt,
ist leise.

Die Zeit entstellt
Alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.

Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache
An einem Sieb.
Ich habe dich so lieb.

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4 Responses to “Joachim Ringelnatz: Ich hab Dich so lieb”

  1. Bruni Kantz Says:

    Ja, unser aller Ringelnatz! Gibt es einen, der ihn nicht versteht und ihn deshalb nicht liebt?
    Die Hauptsache, das Zentrum, die Löcher im Sieb, das ist es, was man liebt. Das andere ist nicht so wichtig. Da kann man auch mal ein verstopftes Loch verzeihen…

    Liebe Grüße und fröhliches Weiterproduzieren

    • S. B. P. F. Posch Says:

      Jesu Apostel Johannes warnt in der „Apokalypse“ vor Götzen. Wir hatten vor weniger als einer Stunde auf diesem Bildschirm angeklickt, daß die aus Amerika stammende Heilpflanze und Gartenblume „Tagetes“ nach einem Götzen benannt sein soll.

      • S. B. P. F. Posch Says:

        Jesu Blutstropfen fallen am Ölberg im Evangelium des Arztes „à terre“, „auf die Erde“, „Lk 22,44“ – darüber bestünde in „Gideons“-Übersetzungen Einigkeit. Wir durften vorgestern früh ein Gespräch darüber führen, tangierend, daß die Farbe “ G E L B “ des Regenbogens damit in Farbenlehren hinreichend klar angesprochen ist. Was ist aber der Grund für JESU WORTE über das Kind, „Lk 9,48“: „Quiconque rec [mit cédille] oit en mon nom ce petit enfant me rec [mit cédille] oit moi-même“ – „wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf“?

      • S, B. P. F. Posch Says:

        Jesu Mutter wird als V e r l o b t e Josefs bezeichnet, zugleich aber in einer Übersetzung, welche auch meint, Jesus sende siebzig Jünger aus, nicht zweiundsiebzig, als A n g e t r a u t e Josefs. Ein moralisches Urteil enthielt der Artikel über Carl Ludwig Siegel auf de.wikipedia – hier bei uns vor weniger als einer Stunde angeklickt, ich bin Mitarbeiter. Er „spezialisierte sich auf Zahlentheorie“ war zu lesen. Und: er habe „unverheiratet mit einer Freundin“ zusammengelebt. Was wiederholt wurde: „dass er keine Familie hatte“, „er blieb zeit seines Lebens unverheiratet“.


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