Joschi Molnar heißt der fabelhafte Lügner, dem der Buchtitel gewidmet ist und Joschi wäre dieser Tage 100 Jahre alt geworden.
Was weiß man über Joschi? Er war offenbar ein Frauenheld, zeugte er doch mit fünf Frauen fünf Kinder. Zwei seiner Kinder und seine zweite Frau wurden in Auschwitz ermordet, er selbst war in Buchenwald interniert – doch ansonsten hat er seine Biografie immer verändert oder ausgeschmückt.
Dreißig Jahre nach seinem Tod hat anlässlich dieses Jubiläums seine 16jährige Enkelin Lily ein Familientreffen angeregt: Es finden sich in Weimar also drei Halbgeschwister, jede(r) mit unterschiedlichen Erinnerungen an den Vater und seine einzige Enkelin Lily, aus deren frischer, unvoreingenommener Sicht die Geschichte erzählt wird.
Ein lesenswertes Buch über Familie und Identität.
Durch Zufall fand ich dieses Büchlein in unserer Stadtbücherei. Ich glaube, es lag an dem außerordentlich coolen Cover mit der rostigen Schüssel vor einer einsamen Tanke. Zum Glück einer der seltenen Fälle, in denen der Inhalt der Aufmachung in nichts nachsteht.
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