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A. J. Jacobs – The Know-It-All August 30, 2009

Gespeichert unter: Fundstück, Sachbuch — themaktima @ 8:06
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Hier kommt ein kurioses Buch: Der New Yorker A.J. Jacobs arbeitet als Journalist bei der Lifestyle-Zeitschrift „Esquire“, und stellt fest, dass er seit seinem Studienabschluss bildungsmäßig dramatisch abgebaut hat; dafür ist seine Expertise die Klatschspalten betreffend mittlerweile enorm. Dominiert quasi sein Leben. Dieses Mißverhältnis gilt es umzukehren: A.J. beschließt, die Enzyklopädia Britannica Seite für Seite zu lesen und damit der klügste Mensch der Welt zu werden. Das ist jetzt aber keine witzige Romanidee, sondern wirklich wahr.

A.J. Jacobs liest also dieses 33.000 Seiten starke Werk durch. Und lässt uns an seiner Mission teilhaben: Dem Alphabet nach führt er uns von einem Begriff zum andern, der Aufbau ist also tatsächlich dem eines Lexikons nachempfunden. Klingt langweilig? Tatsache ist: Das Lesen dieses Buches ist ein Riesenspaß – ich habe schon lange kein derart lustiges Buch mehr gelesen. Jacobs beschränkt sich nicht auf die Aufzählung und Erläuterung besonders interessanter, skurriler oder historisch bedeutsamer Begriffe aus der Britannica, sondern verknüpft seine Fundstücke geschickt mit seiner persönlichen Geschichte, mit Erlebnissen aus dem Jahr der Lektüre (zum Beispiel mit den verzweifelten Versuchen, mit seiner Frau ein Kind zu zeugen) und mit den unvermeidlichen, oft nachvollziehbaren Reaktionen seiner Umwelt auf seine Mission. Selbstironisch, reflektiert, humorvoll, einfach erfrischend anders: Ein echtes Juwel.
Das Buch war ein Geburtstagsgeschenk – zum Glück, sonst hätte ich es wohl verpaßt. So habe ich die sehr empfehlenswerte englische Ausgabe gelesen; der deutsche Titel lautet „Britannica und ich: Von einem, der auszog, der klügste Mensch der Welt zu werden.“. Diese kenne ich allerdings nicht. Ich habe übrigens während meiner täglichen Regionalzugfahrten darin geschmökert; es eignet sich durch seinen Aufbau hervorragend für das Lesen mit häufigen Unterbrechungen.

In einem weiteren Buch „berichtet Jacobs über sein Experiment, sich ein Jahr lang strikt an den Wortlaut der Bibel zu halten, was unter anderem das Steinigen von Ehebrechern und das Wachsen eines Bartes beinhaltet.“ (Zitat Wikipedia). Heißt „Die Bibel und ich“. Muss ich haben.


 

Joachim Ringelnatz: Ich hab Dich so lieb August 12, 2008

Gespeichert unter: Fundstück, Gedichte — hilpirella @ 12:42
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Ich habe dich so lieb
Ich würde dir ohne Bedenken
Eine Kachel aus meinem Ofen
schenken.

Ich habe dir nichts getan.
Nun ist mir traurig zu Mut.
An den Hängen der Eisenbahn
Leuchtet der Ginster so gut.

Vorbei verjährt
Doch nimmer vergessen
Ich reise.
Alles, was lange währt,
ist leise.

Die Zeit entstellt
Alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.

Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache
An einem Sieb.
Ich habe dich so lieb.