Eines steht nach dieser Lektüre fest: Man sollte viel öfter mal was von F. Scott Fitzgerald lesen! Dieses kleine Buch bringt es gerade mal 67 Seiten und ist so herrlich geschrieben, dass man um jede Seite trauert, die man umblättert. Die Geschichte, die die literarische Vorlage für die Verfilmung mit Brad Pitt und Cate Blanchett, handelt von einer „Rückwärtsalterung“, also einem Kind, das als alter Mann auf die Welt kommt und der von Jahr zu Jahr immer jünger wird.
Habe auch „Der große Gatsby“ als tolles Buch in Erinnerung und muss mir unbedingt noch weiteren Lesestoff von Fitzgerald besorgen….
F. Scott Fitzgerald – Der seltsame Fall des Benjamin Button November 12, 2009
Alan Bennett – Die souveräne Leserin September 13, 2009
Die Queen von England gerät durch Zufall in den vor dem Palast parkenden Fahrbücherei-Bus. Aus Höflichkeit leiht sie sich ein Buch aus – und zappelt am Haken der Literatur. Das Lesen wird zu ihrer Leidenschaft, nimmt immer größeren Raum in ihrem Leben ein, und das bleibt angesichts ihrer Bedeutung für die Englische Nation selbstverständlich nicht ohne Konsequenzen. Aber auch der Haussegen beginnt, schiefzuhängen. Die Dialoge mit ihrem Mann, dem Herzog von Edinburgh, dem solche Anwandlungen nicht ganz geheuer sind, sind einfach köstlich. „Die souveräne Leserin“ ist eine Erzählung mit Herz und Humor, ein Büchlein, das man nicht verpassen sollte – zumal es in einem Nachmittag verschlungen ist. Die Hardcover-Version ist auch optisch und haptisch ansprechend aufgemacht. Eine Liebeserklärung ans Lesen.
Schachromane Januar 12, 2009
Ich spiele sehr gern Schach. Daher schaue ich mir Bücher mit direktem oder indirektem Schachbezug gern etwas näher an. Ich dachte mir, poste doch mal eine Kurzbeschreibung der „Schachromane“, die Du bisher gelesen hast:
- Stefan Zweig: Die Schachnovelle
- Vladimir Nabokov: Lushins Verteidigung
- Ronan Bennett: Zugzwang
- Bertina Heinrichs: Die Schachspielerin
- Robert Löhr: Der Schachautomat
- Paolo Maurensig: Die Lüneburg-Variante
- Stephen L. Carter: Schachmatt
Und da das sicher nicht alle sind, die es gibt, bin ich auch für weitere Tipps dankbar! Um zu den Kurzbeschreibungen zu gelangen, einfach weiterklicken…
Elke Heidenreich – Kolonien der Liebe Dezember 20, 2008
Diese Erzählungen gehen ans Herz: melancholisch, traurig oder humorvoll, – nicht kitschig, schnulzig oder bitter.
Und die Geschichten sind sind offenbar auch lange haltbar: Meine Ausgabe ist von 1992 (hab das Buch vom Flohmarkttisch der örtlichen Bücherei) doch der Inhalt ist kein bisschen verstaubt. Und um in Elke Heidenreichs Worten ein Fazit zu geben: Lesen!
Karl-Heinz Ott – Endlich Stille Dezember 1, 2008
Karl-Heinz Otts Hauptdarsteller ist Philosophieprofessor und als solcher Spinoza-Spezialist. Das ist dann auch das interessante Leitmotiv der Erzählung: „So wie in der Welt der materiellen Körper keine Wirkung ohne (zwingende) Ursache möglich ist, so ist in der Geisteswelt ein Willensentschluss ohne Motiv nicht möglich. Damit schloss Spinoza jede Willensfreiheit aus (…) – Wikipedia“. Denn der Protagonist trifft auf einer Reise zufällig einen Wildfremden auf der Straße, verbringt mit ihm einen Abend in der Kneipe, und wird ihn fortan nicht mehr los.
Ott führt vor, was passieren kann, wenn man nicht in der Lage ist, seinen Mitmenschen gegenüber Grenzen zu ziehen. Die Geschichte ist grandios erzählt und auch auch in der gebotenen Skurrilität jederzeit nachvollziehbar. Zwar braucht das 200 Seiten starke Buch etwa ein Drittel der Strecke zum Warmlaufen, aber ab da liest man es in einem Rutsch durch (ging mir jedenfalls so).
Klasse Buch, aus dem das/der eine oder andere Huhn/Hahn auch eine Erkenntnis für sich selbst mitnehmen kann. Werde mir nun auch sein Debüt „Ins Offene“ zulegen.
Der Process September 22, 2008
Die meisten sind sicher irgendwann in der Schule mal mit Franz Kafka in Berührung gekommen. Vielleicht ging es Euch da auch wie mir: Ich war durchaus fasziniert von Kafkas Erzählungen, wurde aber durch das Lesenmüssen von weiteren Entdeckungsreisen in seine morbide Welt abgehalten und kam so über die Lektüre von „Die Verwandlung“, „In der Strafkolonie“ und „Ein Bericht für eine Akademie“ nicht hinaus.
Nun habe ich kürzlich im Deutschlandfunk einen Beitrag über die unterschiedlichen Ausgaben des Werkes von Kafka gehört – ich wusste z.B. nicht, dass es keine einhellige Meinung darüber gibt, wie und in welcher Reihenfolge seine Manuskripte zu lesen sind. Also habe ich mir „Der Process“ bestellt (Wikipedia hierzu: „Niederschrift 1914/15; abweichend von Kafkas Schreibweise für das Romanfragment werden Der Prozess, Der Prozeß oder Der Proceß verwendet“).
Ich werde hier nun natürlich keine Rezension zu „Der Process“ schreiben; vielmehr möchte ich sagen, dass das Buch ein echter Pageturner ist und ein Beleg dafür, dass „… seine Texte offen und hermetisch zugleich sind, d. h., dass sie einerseits leicht und andererseits schwer zugänglich sind: leicht durch Sprache, Handlung, Bildhaftigkeit und relativ geringen Umfang; schwer dadurch, dass man die Tiefe zwar fühlt, aber kaum auszuloten und einzelne Schichten nur bruchstückhaft zu beschreiben vermag.“ (Wikipedia).
Also wenn Ihr gerade nichts anderes zu lesen habt, lest doch ein Werk von Franz Kafka und freut Euch darüber, dass Kafkas Mentor Max Brod nicht dessen letztem Willen, alle unveröffentlichten Werke zu vernichten, gefolgt ist.
Weitere Infos zu Franz Kafka und Max Brod auf Wikipedia, ausserdem eine interessante Website der Uni Bonn.
Alice Munro – Tricks August 12, 2008
Acht sehr lesenswerte Erzählungen finden sich in diesem Band. Allesamt Geschichten von Frauen in unterschiedlichsten Lebenssituationen und –stationen, deren Gefühlswelten sehr echt wirken und nachvollziehbar sind.
Sehr faszinierend finde ich die Fähigkeit von Alice Munro, eine Landschaft, eine Umgebung oder eine Jahreszeit in so wenigen Worten zu beschreiben, dass man das Gefühl bekommt, an diesem Ort zu stehen und die Luft zu spüren.
Geschichten, die beruhigend wirken, aber nicht langweilen: eine echte Kunst!
William Somerset Maugham: Oben in der Villa August 6, 2008
Die Erzählung, 1941 geschrieben, handelt von 48 Stunden im Leben der Witwe Mary, die in einer toskanischen Villa weilt. In diesen 48 Stunden bekommt sie einen Heiratsantrag von Verehrer Nr.1, eindeutige Avancen von einem zweiten Verehrer, nochmals eindeutige Avancen von einem dritten Verehrer, wird Zeuge des Selbstmord des dritten Verehers, verschachert diesen nun toten Verehrer mit Hilfe des zweiten Verehrer im Wald und dann geht der Heiratsantrag-Reigen (mit Verehrer I und II) munter weiter. Gepaart ist das ganze noch mit mit den Eitelkeiten und Koketterien der Protagonistin. Die Erzählung liest sich nett runter und unterhält – sie hat mich aber weder zum Nachdenken gebracht noch irgendetwas bei mir hinterlassen. Möglich, dass an der Zeit liegt, in der die Erzählung geschrieben ist, möglich, dass es sich mir nicht erschliesst, was der Autor seinen Lesern mitteilen will. Aber ich kann mich an Erzählungen aus längst vergangenen Zeiten erinnern, die das geschafft haben.