Eine Geschichte über Surfer? Eigentlich nicht mein Thema, aber das aktuelle Buch von Tim Winton musste es dann doch sein. Und obwohl es um’s Surfen geht und viel über Dünung und Wind und Wellen und Gischt geschrieben wird, ist dies doch nur der Rahmen für eine Geschichte über eine Freundschaft und über das Erwachsenwerden.
Der Roman spielt Ende der 60er Jahre / Anfang der 70er in Südaustralien, wo Bruce Pike, dessen Spitzname Pikelet (ein kleiner Pfannkuchen) ist und sein Freund Loonie ein paar Meilen von der Küste entfernt aufwachsen. Sie sind ungefähr 10 Jahre alt, als sie ihre Leidenschaft für das Wasser entdecken und ein Wettstreit beginnt, der im Laufe der Jahre zum Konkurrenzkampf wird. Sie wiedersetzen ich den Verboten ihrer Eltern und fahren immer wieder zum Surfen raus und sind gleichermaßen süchtig nach den Gefahren der immer größeren Wellen.
Ich hatte dieses Buch immer dabei, bin selbst eingetaucht in die Welt von Pike und Loonie, und habe es immer nur schweren Herzens aus der Hand gelegt. Wundervoll erzählt – volle Punktzahl!
Ich kann ja mit so Surferzeugs wirklich überhauptgarnix anfangen… aber nach diesem Tipp werde ich es wohl doch lesen!
So, jetzt hab ichs gelesen! Tatsächlich ein klasse Buch. Ich finde zwar die Übersetzung ziemlich schwach, aber wenn man davon mal absieht… Ich hatte übrigens das Gefühl, dass das Buch selbst wie eine Welle verläuft: Baut sich langsam auf, um dann zu brechen, das Chaos folgt und dann die Ruhe. Spannend finde ich auch, dass das Thema “Atmen” ständig präsent ist – im praktischen wie auch im übertragenen Sinn. Ein super Tipp.