Die Erzählung, 1941 geschrieben, handelt von 48 Stunden im Leben der Witwe Mary, die in einer toskanischen Villa weilt. In diesen 48 Stunden bekommt sie einen Heiratsantrag von Verehrer Nr.1, eindeutige Avancen von einem zweiten Verehrer, nochmals eindeutige Avancen von einem dritten Verehrer, wird Zeuge des Selbstmord des dritten Verehers, verschachert diesen nun toten Verehrer mit Hilfe des zweiten Verehrer im Wald und dann geht der Heiratsantrag-Reigen (mit Verehrer I und II) munter weiter. Gepaart ist das ganze noch mit mit den Eitelkeiten und Koketterien der Protagonistin. Die Erzählung liest sich nett runter und unterhält – sie hat mich aber weder zum Nachdenken gebracht noch irgendetwas bei mir hinterlassen. Möglich, dass an der Zeit liegt, in der die Erzählung geschrieben ist, möglich, dass es sich mir nicht erschliesst, was der Autor seinen Lesern mitteilen will. Aber ich kann mich an Erzählungen aus längst vergangenen Zeiten erinnern, die das geschafft haben.
Volker Klüpfel – Milchgeld. August 6, 2008
Meine Leidenschaft gilt nicht den Krimis, aber ein Henning Mankell, Fred Vargas oder Ian Rankin darf’s zwischendurch schon mal sein. So machte ich mich neugierig an „Milchgeld – Kluftingers erster Fall“, mit dem nun auch das Allgäu einen eigenen Kommissar bekommt. Dessen Charakterbeschreibung nimmt weite Teile des Buches in Anspruch: ein fluchender Allgäuer mit einer Vorliebe für Kässpatzen und einem gestörten Verhältnis zu seiner Frau – für mich nicht gerade ein Sympathieträger. Die Krimi-Geschichte nimmt dann im letzten Drittel glücklicherweise noch mal Fahrt auf und bekommt ein spannendes Ende. Sicher eine nette Lektüre für den Liegestuhl am Strand, gelesen haben muss man es aber nicht.