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John Asht – Twin-Pryx: Zwillingsbrut. Januar 24, 2012

Einsortiert unter: Romane — themaktima @ 8:59 pm
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Ich habe da von einer Rezensentin gehört, die immerhin 90 Seiten dieses Buches geschafft haben soll. Ich lese ja grundsätzlich auch den allerletzten Schrott durch, wenn ich mal angefangen habe. Darum bin ich froh, noch keine einzige Zeile des Werkes gelesen zu haben. Ich kann es daher zwar auch wirklich nicht besprechen, finde aber die eigentümlichen Ansichten des Autors erwähnenswert – sehr schön dokumentiert in diesem Beitrag auf Scienceblogs. Gefunden auf „Ich mach was mit Büchern„, vielen Dank dafür.

 

Colin Cotterill – Dr. Siri und seine Toten Januar 11, 2012

Einsortiert unter: Krimis — hilpirella @ 10:40 pm
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Vientiane 1976: Dr. Siri ist Anfang Siebzig und sehnt sich nach seinem Ruhestand, doch stattdessen wird er von der neuen kommunistischen Regierung zum Pathologen „befördert“. Er eignet sich dieses ihm fremde Fach mit Hilfe völlig veralteter französicher Lehrbücher an und macht seine Arbeit so genau und gewissenhaft er kann … zum Ärger seiner Vorgesetzten, die wohl darauf spekulierten, der alte Herr würde der Einfachheit halber häufig die Todesursache „Herzinfarkt“ feststellen.

Das Buch beginnt auch mit gleich mit vielen Leichen (die keineswegs eines natürlichen Todes gestorben sind) und Dr Siri begibt sich zusammen mit seinen beiden Assistenten auf Spurensuche.

Dieses Buch hat Charme: Ein Krimi, der in Laos spielt ist schon aussergewöhnlich. Die Kultur (Dr. Siri begegnen Geister und daran ist nichts ungewöhnliches) und die Geschichte des Landes werden dabei beleuchtet. Dr Siri selbst ist natürlich ein liebenswerter, eigenwilliger Mensch, der den neuen Machthabern kritisch gegenübersteht, auch wenn er selbst während der Revolution auf kommunistischer Seite gekämpft hat.

Ich habe mich leider mit der manchmal etwas zu saloppen Sprache schwergetan und frage mich, ob das authentisch ist oder eine Note des Übersetzers. Wie dem auch sei: Bini sei Dank liegt der nächste Krimi aus dieser Reihe schon auf dem Lesestapel und wird verschlungen werden.

 

Hans Fallada – Jeder stirbt für sich allein Dezember 14, 2011

Einsortiert unter: Romane — themaktima @ 12:01 am
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Fallada - Jeder stirbt für sich alleinDies ist die Geschichte der Eheleute Quangel, die zu Widerstandskämpfern gegen das Naziregime werden, als ihr Sohn sinnlos im Dritten Weltkrieg fällt. Ich bin sehr froh, dass ich durch die Neuauflage im Aufbau-Verlag auf das Werk aufmerksam wurde – es erschien 1947 zum ersten Mal – denn es ist eins der beeindruckendsten, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.

„Jeder stirbt für sich allein“ ist nicht nur die Schilderung eines aussichtslosen Kampfes; es handelt insbesondere vom Umgang der einfachen Leute mit den widrigen Lebensumständen im Dritten Reich: der nagenden Knappheit und Not, dem allgegenwärtigen Denunziantentum und vor allem der unsäglichen, diffusen Angst vor dem Terror.

Der Roman basiert im Übrigen auf einer aktenkundigen Biographie, was das Leseerlebnis umso erschütternder macht. Auch wenn, wie Fallada selbst im Vorwort kundtut, darin „reichlich viel gequält und gestorben wird“, ist es kein deprimierendes Buch. Dafür sorgt insbesondere Falladas überwältigender, mit bissiger Ironie gespickter Erzählstil. Im Anhang findet der Leser zahlreiche Artefakte zur Geschichte, wie z.B. Gestapo-Fotos der Protagonisten oder Korrespondenz zur Entstehung des Romans. Ich kann nur jedem raten, dieses Buch zu lesen – ohne Wenn und Aber.

 

Gary Shteyngart – Super sad true love story September 26, 2011

Einsortiert unter: Romane — hilpirella @ 9:43 pm
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Amerika in naher Zukunft: Eine totalitäre Regierung hält den Staat nur noch mit Waffengewalt und Überwachung zusammen, der Dollar ist an den Yuan gekoppelt. Der Mensch ist gläsern, kleine Geräte übertragen ständig persönliche Daten wie Cholesterinwerte und Kontostand und setzen diese Werte in ein Ranking um. Die Gesellschaft ist pornografisiert und konsumorientiert, es wird nicht mehr gelesen, nur noch gekauft, gescannt, gestreamt und getextet. Um korrekte Rechtschreibung schert sich dabei längst keiner mehr.
In dieser traurigen Welt lebt Lenny Abramov, Sohn russisch-jüdischer Einwanderer. Er arbeitet für ein Unternehmen, das Verjüngung und ewiges Leben verspricht, gehört mit 39 Jahren aber schon zum alten Eisen und auch seine Liebe zu gedruckten Büchern signalisiert seiner Umwelt, dass er ein Artefakt einer früheren Zeit ist. Als sich Lenny in die schöne, junge, unreife komplizierte Eunice Park verliebt spürt er zwar wieder das pralle Leben, aber die Probleme serden nicht weniger.

Gary Shteyngart skizziert eine Zukunft, über die wir mit einem Schmunzeln lesen, die aber bei genauerer Betrachtung auch im Bereich des Möglichen liegt. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen zeichnet er dabei sehr gut; die sogenannte love story bleibt für mein Dafürhalten eher schwach.

 

Max Frisch: Antwort aus der Stille – Eine Erzählung aus den Bergen September 19, 2011

Einsortiert unter: Romane — kikeriki @ 8:25 pm

Ein junger Mann ist in den Bergen unterwegs und kehrt in eine Hütte ein.  Er geht hart mit sich ins Gericht: Er – der bald 30 wird – fragt sich, was er erreicht hat von dem was er sich vorgenommen hat. Er steckt in einer existentiellen Krise. Er will einen Berg beklimmen, von dem noch keiner bisher zurück gekommen ist. Auf der Hütte macht er die Begegnung mit einer jungen Frau. Die junge Frau – von außen betrachtet mit einer Leichtigkeit unterwegs, die ihm fehlt, hat – wie der Leser später erfährt – selbst kein einfaches Schicksal zu tragen. Sie begleitet ihn ein Stück auf der Gipfeltour. Zusammen mit der Verlobten des Mannes wartet sie später auf die Heimkehr des Wanderer und hofft auf ein Wunder.

„Antwort aus der Stille“ ist eine beeindruckende Erzählung über die Suche nach dem Sinn, dem Wahrhaften, dem inneren Glück. Unbedingt Lesen.

 

Schnee im April von Aly Cha September 19, 2011

Einsortiert unter: Romane — kikeriki @ 7:56 pm

Aly Cha beschreibt in ihrer Familiensaga das Leben von vier Frauen und ihrem – sich stets wiederholenden – Schicksal. Die erste Hälfte des Romans hat mich die Geschichte – kulturell, sprachlich und inhaltlich – gefesselt. Besonders beeindruckend empfand ich fein gezeichneten Charaktere der vier Frauen- ohne viel Beschreibungen.

Gegen Ende wurde die Geschichte für mich zäh und ich kann von daher Aly Cha „Schnee im April“  nur eingeschränkt empfehlen. Japaninteressierte Leser kommen mit „Schnee im April“  dennoch auf ihre Kosten.

 

Colson Whitehead – Der letzte Sommer auf Long Island August 19, 2011

Einsortiert unter: Romane — themaktima @ 9:01 pm
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Das ist tatsächlich mein vierter Coming-of-age-Roman innerhalb eines halben Jahres. Ich schreibe dies nachträglich, weil auch dieser Sommer der letzte war. Der Roman allerdings ist kein schlechter!

Ben schreibt erzählt aus seiner Erinnerung von seinem letzten unbeschwerten Sommerurlaub in den 80ern, als er für alle noch Benji war. Der pubertierende Junge ist afroamerikanischer Abstammung und gehört der damals noch recht wohlhabenden amerikanischen Mittelschicht an, was eine sehr interessante Perspektive eröffnet, denn er und die Jungs in seiner Clicque wären so gern echte Gangsta und sind doch nur verwöhnt und ausgesprochen angepasst. Seine Eltern stehen dem in nichts nach, wären anstatt satte Schwarze doch lieber rebellische Bürgerrechtler – sie predigen Benji und seinen Geschwistern fleissig und gehen ihnen auf den Sack.

Das klingt nach einem sehr spannenden Szenario, doch gelingt es Whitehead nicht ganz, diese Basis ausnutzen. Ich empfand das Beschriebene teilweise schon als etwas zäh. Vielleicht weicht aber mein Erfahrungshorizont einfach zu weit ab, und ich kann mit zu vielen Anspielungen und Reminiszenzen nichts anfangen. Der fast zwangsläufige Familienkonflikt wird dafür subtil in die Geschichte eingewoben und bleibt richtig hängen; die Erinnerungen an Benjis ersten Job in einer Eisdiele sind dann richtig grandios.

Whitehead versucht sich zum Abschluss des Buches noch an einem Höhepunkt, das geht aber eher in die Hose – kann dem Gesamtwerk aber nichts mehr anhaben. Ich habe das Buch jedenfalls gern gelesen, was nicht zuletzt am hervorragenen Erzählstil liegt. Daher bin ich auch sicher, dass ich mich nach weiteren Büchern von Colson Whitehead umsehen werde.

 

Lucy Fricke – Ich habe Freunde mitgebracht August 17, 2011

Einsortiert unter: Romane — hilpirella @ 9:47 pm

„In einer Krise gibt es nichts Besseres als Freunde, denen es richtig mies geht.“ Mit Wahrheiten wie dieser ist der kleine Roman von Lucy Fricke gespickt und ich dachte häufig: diesen Satz könnte ich unterstreichen.
Jon ist Schauspieler und nach Jahren in denen er immer nur die Leiche spielen durfte steht kurz vor seinem Durchbruch, Martha wünschte sich so sehr ein Kind und ist endlich schwanger, Betty ist ein Arbeitstier und hat eine Affäre mit einem Mann, der sicher bald seine Frau verlassen wird und Henning, Vater von Marthas Kind, wird auch endlich erwachsen und findet einen einen Verlag für seine Comics.
Doch dann rollt die Krise an, lautlos und jeder der vier bekommt sein eigenes massgeschneidertes Waterloo. Und so bleibt nur die Flucht – denn Flucht ist immer eine Option!

Dieser Roman ist sehr sprachgewaltig und lustig und frisch und man wäre gerne wieder ein paar Jahre jünger und Raucher und lebte in Berlin. Ich werde jedenfalls noch mehr Lucy Fricke lesen.

 

Doris Dörrie – Alles inklusive August 14, 2011

Einsortiert unter: Romane — hilpirella @ 9:48 pm

Herrliche Lektüre für den Sommer!:
Seit ihrer Kindheit steckt Apple im klassischen Kampf gegen ihre Mutter Ingrid: nur nicht so wie sie sein. Ingrid versuchte sich in den Siebziger Jahren an einem Hippieleben in Spanien und die kleine Apple sehnte sich bereits damals nach gebügelter Wäsche und einem normalen Leben als Kleinfamilie mit Hund. Stattdessen lebt sie mit ihrer Mutter in einem Zelt, ihre Haare verfilzen, das Geld reicht gerade für Essen und sie kann der vermeintlichen Hippieromantik so gar nichts abgewinnen. Dann hat Ingrid eine Affäre mit Karl, der auch diesen Sommer mit Frau und Sohn im Haus mit Pool verbringt, und diese Liebe ist folgenschwer.

Dreißig Jahre später hat Apple ein sicheres Händchen für die falschen Männer entwickelt und als ihre Freundin Susi sich ein Haus in Spanien kauft verlagert sich die Geschichte wieder in den Süden.

Mich hat das Buch gefesselt und obwohl es in einer leichten und humorigen Art geschrieben ist, schafft es Doris Dörrie, die Ernsthaftigkeit und die Tragik in den Lebensgeschichten der Protagonisten zu vermitteln. Eine unbedingte Empfehlung für diesen Sommer.

 

Susann Pásztor – Ein fabelhafter Lügner Juli 19, 2011

Einsortiert unter: Romane — hilpirella @ 9:34 pm
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Joschi Molnar heißt der fabelhafte Lügner, dem der Buchtitel gewidmet ist und Joschi wäre dieser Tage 100 Jahre alt geworden.
Was weiß man über Joschi? Er war offenbar ein Frauenheld, zeugte er doch mit fünf Frauen fünf Kinder. Zwei seiner Kinder und seine zweite Frau wurden in Auschwitz ermordet, er selbst war in Buchenwald interniert – doch ansonsten hat er seine Biografie immer verändert oder ausgeschmückt.

Dreißig Jahre nach seinem Tod hat anlässlich dieses Jubiläums seine 16jährige Enkelin Lily ein Familientreffen angeregt: Es finden sich in Weimar also drei Halbgeschwister, jede(r) mit unterschiedlichen Erinnerungen an den Vater und seine einzige Enkelin Lily, aus deren frischer, unvoreingenommener Sicht die Geschichte erzählt wird.
Ein lesenswertes Buch über Familie und Identität.

 

 
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