England in der Nachkriegszeit: Lewis ist sechs Jahre alt, als er seine innig geliebte Mutter bei einem tragischen Unfall verliert – und damit auch seinen Rückhalt im Leben und das Gefühl, geliebt zu werden. Sein Vater Gilbert, im zweiten Weltkrieg vermutlich selbst traumatisiert, verhält sich distanziert und erwartet von Lewis, dass er mit Disziplin über den Tod der Mutter hinwegkommt.
Doch Lewis ist anders: er ist still, verschlossen und reagiert oft aggressiv und niemand in seiner Umgebung hat Verständnis für dieses Verhalten. Als sich schon bald eine Stiefmutter für Lewis findet hat zwar sein Vater rein äußerlich wieder ein Leben in Normalität hergestellt, doch die Fassade täuscht: Der Alkohol bestimmt bald weite Teile des Familienlebens.
Und so flüchtet sich Lewis als Jugendlicher nach London, in Jazzclubs und in den Alkohol und macht erste sexuelle Erfahrungen. Sein Schmerz mündet aber immer wieder in Aggression und Zerstörungswut und bald hat die Gemeinde einen guten Grund, ihn zu verurteilen.

Was hier beschrieben wird spielt zwar im England der Fünfzigerjahre, doch man sollte nicht versucht sein, das vorurteilsbehaftete Verhalten einer Gesellschaft mit dieser spießigen Ära zu erklären. Menschen, die sich nicht adäquat verhalten werden bis heute sehr schnell als Außenseiter identifiziert und bekommen wenige Chancen zur Rehabilitation.
Das Buch polarisiert, soviel steht fest; man schaue sich zur Illustration einfach mal die
David und Harriet lernen sich in den wilden 60er Jahren in England kennen und wissen sofort: Sie gehören zusammen, wollen heiraten und viele gemeinsame Kinder haben. Trotz geselleschaftlichen Druck setzen sie diesen Plan um, kaufen ein großes Haus und gründen eine Familie. In den ersten Jahren scheint das Glück perfekt - ihr großes Haus ist Anziehungspunkt für Freunde und Familie. Das 5. Kind von David und Harriet zerstört diese Idylle für immer- Ben, das 5. Kind, ist in jeder Hinsicht anders, seltsam und fremd.

Dieser Roman – vor kurzem verfilmt – hat bewußt keinen Klappentext mit Inhaltsbeschreibung. Die Geschichte sollte vielmehr offen und unvoreingenommen gelesen werden. Dabei treten wir ein in die Zeit des Holocaust aus dem Blickwinkel des 9-jährigen Bruno.
Gebannt habe ich die oft tragischen Einzel- und Familienschicksale der schwarzen und weißen Südstaatenbewohner verfolgt. Der Einstieg fällt zwar nicht ganz leicht, denn die Story ist nichtlinear erzählt und zahlreiche Personen betreten die historische Bühne (so dass es sich lohnt, ab und zu im Personenverzeichnis hinten im Buch nachzuschlagen). Ich habe mich jedoch schnell daran gewöhnt und wurde mit einem faszinierenden und bewegenden Roman belohnt, der eine ungewöhnliche Perspektive auf die Sklaverei in den USA zwischen 1840 und 1860 vermittelt. Das Buch wurde 2004 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Für mich nach “Alles umsonst” das zweite echte Highlight dieses Lesejahres.
Ich fand dieses Buch sehr oberflächlich. Ich konnte mich zwar herrlich über die Beschreibungen der New Yorker Verlagsbranche und Harrys Verhalten im Büro amüsieren – mehr aber nicht. Nachdem ich Adam Davies “